Wir haben nun auch einen deutschsprachigen Discord-Server für Neverwinter, schaut vorbei:
https://discord.gg/zXcRR97

Foundry-Adventskalender 2015

2»

Kommentare

  • cushparl
    cushparl Visionär der Foundry Beiträge: 861 Abenteurer
    Damit wären wir am Ende. Dieses Adventskalenders auf jeden Fall, gut möglich, dass es auch das Ende aller Foundry-Adventskalender überhaupt ist. Das letzte Türchen also - das Allerletzte. Was wäre dafür angemessen? Wir, um ehrlich zu sein, wissen es nicht. Die Quest aller Quests? Der Autor aller Autoren? Keines von beiden war dieses Jahr zu haben. Schließlich fiel der Entschluss darauf, die Chance zu nutzen, um zu sagen, was zu sagen bleibt. Geworden ist es eine ziemliche "Wall-of-Text" und ganz und gar unweihnachtlich. Wir entschuldigen uns dafür und glauben dennoch, eine angemessene Wahl getroffen zu haben.

    Türchen 24

    Die Foundry

    von @cryptic

    1.Teil: Was ist die Foundry?

    von @cushparl

    „Die Foundry ist ein System zum Erstellen von Spielinhalten, mit dem Spieler ihre eigenen Quests schreiben und diese anderen Spielern zugänglich machen können.“ (Quelle: Neverwinter-Wiki - Foundry-FAQ)

    Die Foundry ist mehr als einfach nur ein digitaler Baukasten. Fast noch wichtiger als die Tatsache, dass man damit Quests erstellen kann, ist, dass man die erstellten Inhalte direkt ins Hauptspiel eingebunden sind, und dort von anderen Spieler gefunden und gespielt werden können – und, dass (jedenfalls theoretisch) das Spielen dieser spieler-erstellten Quests zum Spielfortschritt im Hauptspiel beitragen kann. (Praktisch sieht das inzwischen natürlich völlig anders aus...)
    Mit anderen Worten: Katalog und Belohnungstruhe sind mindestens ebenso wichtige Teile des Foundry-Systems wie der Editor.

    Die Foundry für Autoren (und solche die es werden wollen) : Was kann man damit machen?
    Welten erschaffen, Geschichten erzählen und Scharen von Abenteurern auf die Reise schicken (wer je Gandalf spielen wollte ist hier also richtig)! Die Baukastenseite der Foundry erlaubt das Schaffen und Bearbeiten von Karten, Dialogen, Kostümen und Questzielen. Die Werkzeuge sind zwar nicht gänzlich selbsterklärend, aber ihre Benutzung ist doch ziemlich leicht zu erlernen. Einfache, lineare Quests lassen sich damit beinahe mühelos erstellen. Ein äußerst simpel gehaltenes Schritt-für-Schritt-Beispiel findet sich hier: http://neverwinter-de.gamepedia.com/Foundry_Schnellstart
    Und solche einfachen Quests sind nicht zwingend schlecht. Der Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Foundry-Mission liegt weniger im Arbeitsaufwand, als in der verwandten Sorgfalt: Ergibt die Story Sinn? Sind die Texte gut zu lesen? Passen Gegner und Umgebung zum Szenario? Stimmt die Atmosphäre (über Hintergründe und Beleuchtung mit wenigen Klicks zu ändern!)?

    Die Foundry für Autoren II: Komplizierter wird es, wenn es komplizierter wird.
    Das ist nicht nur eine Tautologie: Soll es nicht nur gut, sondern sehr gut werden, gelangt man rasch an die Grenzen der Foundry. Will man nicht immer die gleichen 3 Stadtvarianten verwenden, muss man sich die Stadt selbst errichten – je nach Detailgrad „nur“ Haus für Haus oder eben gleich jede Wand und jeden Meter Straßenpflaster von Hand. Innenraum-Dungeons unterstützen nur eine Ebene – soll es „echtes 3D“ sein, muss das Verlies Stein für Stein im Freien erbaut werden. Ebenso fehlen Funktionen z.B. für Nebenquests, alternative Pfade, einstellbare Schwierigkeitsstufen oder Timer, was einen als Autor zu aufwendigen Workarounds zwingt.
    Übrigens ist am Ende das wenigste davon für „Laien“ beim Spielen überhaupt zu bemerken (und wenn doch, meist leider dadurch, dass es nicht funktioniert und sich als Bug bemerkbar macht).

    Die Foundry für Autoren III: Was man damit nicht machen kann.

    Die Foundry ist kein Modding-Tool: Man kann die Mechaniken und Regeln des Spiels nicht verändern, es gibt kein Scripting, und es ist nicht möglich, eigene Dateien und Objekte (wie Modelle oder Sounds) für die Quests zu verwenden. Man muss mit dem auskommen, was vorhanden ist. Nutzer-erstellte Mods, die das Zeug zu eigenständigen Spielen hätten, wie Counterstrike für Half-Life oder DotA für Warcraft 3, sind für Neverwinter mehr als unwahrscheinlich.

    Die Foundry für Spieler: Was kann man davon haben?

    Sehr wenig: „materielle“ Belohnungen wurden nahezu auf Null zusammengestrichen: es gibt keine Astraldiamanten mehr, der Inhalt der Schatztruhe am Ende der Quest ist zum einen wertlos und steht zum anderen kaum im Verhältnis zur Länge der Quest, Loot und Erfahrung von Monstern sind gegenüber den offiziellen Inhalten reduziert, „Sammelverzauberungen“ (wie Feensegen und Drachenhort) funktionieren nur eingeschränkt.
    Oder sehr viel: Eine schier unüberschaubare Anzahl von immer neuen Abenteuern. Kaum zu überschätzen in einem Spiel, das sich ansonsten darum dreht, ständig die gleichen Aufgaben zu wiederholen.

    Alles Mist?
    Binsenweisheit: Die Geschmäcker sind verschieden. Die Quests, die es im Katalog nach ganz oben schaffen, gefallen den meisten... was nichts darüber aussagt, ob/wie sie dem Einzelnen gefallen könnten. Immerhin kann man davon ausgehen, dass der Großteil der Top 100 ein bestimmtes Minimum an Qualität mitbringt – von der einen oder anderen Achievement-Kisten-Quest mal abgesehen.
    Die Funktionsweise des Katalogs sorgt außerdem dafür, dass es neue Quests äußerst schwer haben, an sichtbarer Stelle zu erscheinen. „Offiziell vorgestellt“ werden Quests – jedenfalls in der deutschen Community – wiederum nicht, wenn sie besonders gut sind, sondern, wenn sie von ihren Autoren im dafür vorgesehenen Thread angemeldet wurden und ein paar rein formale Kriterien erfüllen - kein Qualitätsgarant.
    Wie findet man also Quests, die einem gefallen? Eine wirklich zuverlässige Methode dafür gibt es wohl schlicht und einfach nicht. Wer sich auf die Foundry einlässt, wird unweigerlich mit der einen oder anderen (subjektiven!) „Gurke“ leben müssen. Immerhin gibt es Anhaltspunkte: Empfehlungen, wie dieser Adventskalender und seine Vorgänger sie bieten; Autoren, die einem gefallen, lassen sich abonnieren; falls man doch einmal „blind“ sucht, sollte man die Kommentare überfliegen (aber dabei nicht alles glauben, sondern versuchen, eine Gesamttendenz festzustellen). Die Beschreibung der Quest gibt ebenso einen Hinweis (vor allem darüber, wieviel Sorgfalt der Autor aufgewandt hat) – aber auch hier gilt es, wirkliche Auskünfte von „Werbeversprechen“ zu unterscheiden.

    Die dunkle Seite der Foundry: Farm- und Achievementquests („Quick Review“ & Co.)
    Das wichtigste: Diese „Quests“ sind Exploits. Sie zu spielen ist ungefähr so „legit“ wie Traven Blackdagger in die Stachelgrube zu locken! Der Nutzen ist natürlich geringer... dafür der Schaden umso größer: Es handelt sich nicht um einen einfachen Bug, der sich ein für alle Mal beheben ließe. Um die betreffenden Quests einzeln aus dem Verkehr zu ziehen, fehlt es an Ressourcen, also behilft sich Cryptic mit globalen Änderungen, die es den Exploitern schwerer machen sollen. Tatsächlich trafen Einschränkungen dieser Art bisher aber meist die ehrlichen Autoren am härtesten.
    Bei den „Achievementbeschleunigern“ besteht zusätzlich noch das Problem, dass sehr viele Spieler diese „ausnutzen“ (bzw. auf deren Versprechungen hereinfallen) und sie dadurch weit oben im Katalog rangieren, was die Suche nach „richtigen“ Quests erschwert.

    Potential. Oder: Was bringt uns diese Foundry?
    Sagen wir besser: Was könnte uns diese Foundry bringen? Möglicherweise auch: Was hätte uns diese Foundry bringen können? Im Idealfall fast so etwas wie eine Quadratur des Kreises: Ein MMORPG, dessen Inhalt sich eben nicht früher oder später erschöpft (was viele für ein Naturgesetz zu halten scheinen). Ich behaupte nicht, dass es nicht früher oder später langweilig werden könnte – ein Spielprinzip hat immer nur für eine begrenzte Dauer Unterhaltungswert. Was die Foundry aber definitiv ermöglicht – immer, selbst jetzt - ist, selbst nach Jahren des Spielens immer noch Neues zu entdecken.

    Ob diese Möglichkeit genutzt wird oder die Foundry nur als eine der größten verpassten Chancen der Spielegeschichte in Erinnerung bleibt, liegt letztlich bei den Entwicklern.


    2. Teil: Die größten Foundry-Irrtümer

    von @argrosch

    Immer wieder liest man in Foundrybewertungen, dass es nur einen Stern gibt weil dem Spieler dieses oder jenes nicht gepasst hat. 1-Stern-Bewertungen sind natürlich nie schön, aber in den meisten Fällen bekommt der Autor sie für Dinge, auf die er keinerlei Einfluss hat.

    1. Das Loot bestimmt der Autor
    Eigentlich sollte es logisch sein, dass Cryptic die Spieler den Loot nicht selbst bestimmen lässt, aber trotzdem liest man viel zu oft Beschwerden darüber, dass nur unbrauchbare Gegenstände in der Endkiste waren.

    2. Die durchschnittliche Spielzeit gibt an, wie lange ich für die Foundry brauche
    Auch um die angegebene Durchschnittspielzeit ranken sich eine Menge Mythen. Fakt ist, der Autor gibt sie weder an, noch kann er sie beeinflussen (er kann natürlich die länge der Foundry verändern, wodurch mit steigender Spiel-zahl auch die angegebene Zeit steigen würde - genauer wird sie dadurch aber in der Regel nicht). Unabhängig davon, sollte auch hier logisch sein, dass nicht jeder Charakter gleich lange in der Foundry braucht. Der eine schaut sich die Map genauer an, liest die Dialoge aufmerksam und braucht für die Kämpfe länger, während der andere dem Questpfad folgt, die Texte nur überfliegt und die Gegner überrennt.
    Erfahrungsgemäß lässt sich aber sagen, dass die durchschnittliche Spielzeit von Cryptic anders errechnet wird, als nur die tatsächlichen Zeiten zu nehmen und den Durchschnitt zu bilden - sie ist in der Regel niedriger.

    3. Man sollte immer dem Questpfad folgen

    Der Questpfad wird automatisch generiert, indem von der eigenen Position zum nächsten Questziel ein "Glitzerpfad" erzeugt wird. Dieser erkennt allerdings Hindernisse nicht und führt dadurch oft in Sackgassen oder in eine komplett falsche Richtung - deswegen sollte man lieber die Minimap zu Rate ziehen - allerdings sollte man auch hier beachten, das man hier eventuell nicht alles sieht - vor allem keine Höhen.

    4. Foundrys lohnen sich nicht
    Tja, aus der Sicht des Charfortschritts ist dem wohl nicht zu wiedersprechen. Cryptic tut scheinbar alles dafür, dass man aus der Foundry keinen Fortschritt mehr für seine Charaktere ziehen kann. Das Doppel-EP-Event für die Foundry wurde entfernt, das Loot der Gegner in der Foundry ist generell schlechter als außerhalb, selbst blaue Gegenstände wurden mittlerweile gestrichen und aus der Endtruhe bekommt man bestenfalls noch einen unidentifizierten Gegenstand ungewöhnlicher Qualität. Die Hauptmotivation Foundrys zu spielen waren für die meisten Spieler wohl die Rohastraldiamanten, die man über die Quest bei Rhix erhalten konnte - aber auch das wurde von Cryptic kommentarlos entfernt.
    Also ja, die Foundry lohnt sich aus diesem Gesichtspunkt nicht - man sollte dabei allerdings auch sehen, dass sie etwas bietet, was der Offizielle Content oftmals vermissen lässt - und zwar eine Menge Abwechslungsreichen und Kreativen Content und Spielspaß.

    5. Autoren können Fertigkeitsknoten, Truhen und Händler einbauen
    Gewünscht wurde es sich schon oftmals, aber bisher immer von Cryptic abgelehnt - bei den ersten beiden völlig zu recht, da es wirklich exploitbar wäre - warum sie es nicht gestatten, einen normalen Verbrauchsgüterhändler einzubauen, weiß hingegen niemand.


    Damit ist hoffentlich das wichtigste gesagt – wenn auch längst nicht alles...


    Die LAS wünscht

    Frohe Weihnachten
  • xxxskywolfxxx
    xxxskywolfxxx Leibeigener Beiträge: 136 Abenteurer
    war echt ne super Aktion :)
    Hoffe die Foundrys und ihr werdet in Zukunft wieder etwas mehr gefördert
    j9xn5BU.jpg